Liebe Gemeinde,
zum Themenbereich Heiligung will ich eine zentrale Charaktereigenschaft
anschauen, die Jesus in seiner Lehre immer wieder als Grundlage für Gebet und den
Lebensalltag nennt:
„Und wenn ihr steht und betet, so vergebt, wenn ihr etwas gegen jemand
habt, damit auch euer Vater, der in den Himmeln ist, euch eure
Übertretungen vergebe. Wenn ihr aber nicht vergebt, wird euer Vater der
in den Himmeln ist, auch eure Übertretungen nicht vergeben.“
Markus 11, 25 +26
Vergebung ist die Anweisung, die Jesus seinen Jüngern gibt. Er gibt sie im Gebet
des “Vater Unser” (Mt.6,9-13, Lk.11,1-3).
In Mt.18,21 fragt ihn Petrus: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder, der gegen mich
sündigt vergeben? bis siebenmal? Jesus antwortete Ihm: Ich sage dir: Nicht
siebenmal, sondern bis siebzigmal siebenmal.
Es ist interessant, in welchem Kontext diese Stellen in Mt.18 u Mk.11 stehen. Vorher
wird jeweils die Vollmacht beschrieben, die Gebet und Glaube bewirkt. Doch jedes
Mal erfolgt zuerst die Verheißung und dann die Voraussetzung, welche die
Verheißung in Kraft setzt.
Das Wort Vergebung kann in dir Unbehagen auslösen, vielleicht auch Anstoß.
Warum ist Vergebung so wichtig?
Jesus fährt in Mt.18,23-35 seine Erklärung gegenüber Petrus fort mit dem Gleichnis
vom Schalksknecht! Die Reaktion des Königs auf die Zahlungsunfähigkeit des
Knechts ist der Schlüssel zum Verständnis. Wir wissen, dass es ein großer
Geldbetrag war, den er schuldete und er diesen Betrag nicht zurückzahlen konnte.
Wie reagiert der König? Der Herr jenes Knechts aber wurde innerlich bewegt,
gab ihn los und erließ ihm das Darlehen.
Gott ist innerlich bewegt über den Zustand der Sünde und Verfehlung in deinem
Leben. Das Wesen Gottes ist Vergebung. Denn dies ist das Blut des Bundes, das für
viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden (Mt. 26,28).
Im Text gibt der Herr seinen Knecht los. Was bedeutet das praktisch für dein
Leben?
Jesus hat dich freigekauft von den Auswirkungen der Sünde gegenüber dem
Widersacher, der die Macht auf dieser Erde hat und dich wegen der Sünde foltern
darf (V. 34). Seine Folterknechte können heißen: Krankheiten wie Depression,
psychische Erkrankungen, Geschwüre, Knochenkrankheit, Geldnot,
Unzufriedenheit, Neid, Eifersucht, Süchte usw.
Im Gleichnis war der Schalksknecht nicht bereit seinen Schuldner loszulassen: und
sein Herr wurde zornig und überlieferte ihn den Folterknechten, bis er alles bezahlt
habe was er ihm schuldig war (V.34).
Verstehst du was Jesus seinen Jüngern und dadurch auch dir persönlich
sagt? Wenn Jesus in dir wohnt, wirst du innerlich bewegt und entscheidest dich von
Herzen deinem Schuldner zu vergeben, unabhängig ob du darum gebeten wirst oder
nicht. Indem du loslässt, wirst du selbst losgelassen, und der volle Segen Gottes
kann und wird in dein Leben fließen.
Lässt du nicht los, haben die Folterknechte des Widersachers Anspruch dich zu
foltern. Im Gleichnis heißt es: Er (Schalksknecht) aber wollte nicht…(V30)
Vergebung bedeutet loslassen - sich selbst und den Nächsten. Wenn Du das
erkennst, wirst Du es in all Deinen persönlichen Bereichen tun.
Wie entscheidest du dich?
Euer Alwin
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